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Kabel aus Eupen für den europäischen Markt: Schlupflöcher bei Kabelimporten schließen

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Pascal Arimont auf Arbeitsbesuch im Eupener Kabelwerk

Eupen, 11.05.2026. Bei einem Arbeitsbesuch im Kabelwerk Eupen hat sich der ostbelgische Europaabgeordnete Pascal Arimont (CSP-EVP) mit der Unternehmensleitung über die aktuellen Herausforderungen der europäischen Kabelindustrie ausgetauscht. Für Arimont ist klar: Der Standort Eupen mit seinen rund 800 Mitarbeitern ist weit mehr als nur ein Industriebetrieb – das Kabelwerk ist seit Generationen der „Brotschrank von Ostbelgien“ und ein zentraler Arbeitgeber für die gesamte Region. „Gleichzeitig entstehen hier Produkte, die für die Zukunft Europas entscheidend sind: Ohne Kabel keine Digitalisierung, keine modernen Energienetze, keine Energiewende und keine sichere Kommunikationstechnik. Gerade deshalb sind die politischen Entscheidungen auf EU-Ebene von großer Bedeutung für die Zukunft des Standorts Eupen und seiner Arbeitsplätze“, verdeutlicht Arimont. „Wer Elektrifizierung, Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien ernst nimmt, muss dafür sorgen, dass Kabelproduktion in Europa wettbewerbsfähig bleibt“.

 

Im Austausch ging es unter anderem um den europäischen CO2-Grenzausgleichsmechanismus „CBAM“. Der so genannte „CBAM“ („Carbon Border Adjustment Mechanism“) soll verhindern, dass europäische Unternehmen durch höhere CO2-Kosten benachteiligt werden, während Produkte aus Drittstaaten mit niedrigeren Klimastandards günstiger in den Binnenmarkt gelangen. In der bisherigen Ausgestaltung sieht Arimont jedoch eine Lücke: „Während Aluminium und Stahl als Vormaterialien erfasst werden, gilt dies für fertige Kabelimporte bislang nicht ausreichend“, so Arimont.

 

„Das ist ein klassisches Schlupfloch. Europäische Hersteller zahlen höhere CO2-Kosten auf Vormaterialien, während fertige Kabel aus Drittstaaten ohne vergleichbare Belastung in die EU gelangen können. Dann verlagert sich Carbon Leakage einfach von den Grundstoffen auf verarbeitete Produkte. Das darf nicht passieren“, erklärt Arimont. Der Europaabgeordnete hat deshalb im Europäischen Parlament Änderungen am aktuellen CBAM-Gesetzesvorschlag eingebracht. Diese sollen verhindern, dass fertige Kabel aus Drittstaaten günstiger in die EU gelangen können, nur weil für sie nicht dieselben CO2-Regeln gelten wie für europäische Hersteller.

Pascal Arimont im Austausch mit der Unternehmensleitung des Kabelwerks Eupen
Pascal Arimont im Austausch mit der Unternehmensleitung des Kabelwerks Eupen

Neben CBAM wurden beim Besuch auch weitere EU-Dossiers angesprochen, die das Kabelwerk betreffen: Nachhaltigkeitsberichtspflichten, der digitale Produktpass, die neue Verpackungsverordnung, Chemikalienrecht, öffentliche Ausschreibungen und der Umwelt-Omnibus der Kommission. Arimont sieht hier eine gemeinsame Herausforderung: „Die Ziele der EU – Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, faire Lieferketten – sind richtig. Aber sie müssen so umgesetzt werden, dass Betriebe wie das Kabelwerk Eupen nicht durch immer neue Nachweise, unterschiedliche Formate und unklare Fristen ausgebremst werden.“


Besonders wichtig sei deshalb, dass Bürokratieabbau tatsächlich bei den Unternehmen ankomme. „Es reicht nicht, wenn wir in Brüssel direkte Berichtspflichten reduzieren, die Datenabfragen dann aber über Kunden, Banken oder öffentliche Ausschreibungen trotzdem beim Mittelstand landen. Wir brauchen weniger Doppelmeldungen, einheitliche Methoden und praxistaugliche Fristen“, so Arimont.

 

Abschließend unterstreicht Arimont die Bedeutung des Eupener Standorts: „Das Kabelwerk Eupen zeigt, dass industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Ostbelgien konkret zusammengehören. Unsere Aufgabe in Europa ist es, solche Unternehmen zu stärken – mit fairen Wettbewerbsbedingungen, bezahlbarer Energie und Regeln, die funktionieren.“



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