top of page

Vapes, Aromen und Prävention: Konsum von E-Zigaretten in der DG

  • Autorenbild: Die CSP
    Die CSP
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Lesezeit: 2 Minuten


Eupen, 19.01.2026: Die Nutzung von E-Zigaretten mit süßen oder fruchtigen Aromen hat sich unter Jugendlichen in den letzten Jahren stark verbreitet. Farbenfrohe Designs, intensive Geschmacksrichtungen und eine starke Präsenz in sozialen Medien lassen diese Produkte oft harmlos erscheinen. Gleichzeitig mehren sich Hinweise darauf, dass gerade diese Aromen den Einstieg erleichtern und gesundheitliche Risiken verschleiern.


Steffi Pauels im Plenarsaar des Parlaments der DG
Steffi Pauels im Plenarsaar des Parlaments der DG

Vor diesem Hintergrund und auch vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Regelungen hat Steffi Pauels eine schriftliche Frage (s. unten) an Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg gerichtet. In Belgien ist der Verkauf von Einweg-E-Zigaretten seit dem 1. Januar 2025 verboten. Ziel der schriftlichen Anfrage war es, besser zu verstehen, wie sich der Konsum von Tabak und E-Zigaretten in Ostbelgien entwickelt hat und welche Maßnahmen zum Schutz junger Menschen derzeit greifen.


Warum Aromavapes besonders im Fokus stehen


Der Unterschied zwischen neutralen E-Zigaretten und aromatisierten Vapes liegt weniger in der Technik als in ihrer Wirkung und Attraktivität. Frucht-, Süßigkeiten- oder Dessertaromen sprechen vor allem junge Menschen an und können den Eindruck erwecken, es handle sich um ein harmloses Produkt. Süße, fruchtige Aromen fördern einen intensiveren und häufigeren Konsum, erleichtern den Einstieg und werden häufig über soziale Medien, Influencer und auffällige Verpackungen beworben.


Dabei gilt:

  • Je mehr Aromen enthalten sind, desto mehr Stoffe können beim Erhitzen entstehen und eingeatmet werden.

  • Einige Aromastoffe sind für Lebensmittel zugelassen, jedoch nicht für die Inhalation.

  • Geschmack und Aufmachung senken die Hemmschwelle für den Erstkonsum, insbesondere bei Jugendlichen.


Diese Aspekte werfen berechtigte Fragen nach dem gesundheitlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen auf. Die Nutzung von E-Zigaretten birgt ein klares Risiko: Sie kann Rauchen begünstigen und gesundheitliche Schäden verursachen, die bisher noch unzureichend erforscht sind. Laut einer Umfrage der Stiftung gegen den Krebs haben 35 % der 15- bis 20-Jährigen bereits E-Zigaretten ausprobiert; 16 % nutzen sie aktuell. Ein Großteil der Befragten kennt zudem weitere junge Konsumierende, auch unter 16 Jahren.


Wie sieht die Situation in Ostbelgien aus?


Die verfügbaren Daten zeigen, dass der klassische Tabakkonsum rückläufig ist. Sowohl in Ostbelgien als auch landesweit rauchen heute deutlich weniger Menschen täglich als noch vor zwanzig Jahren. Dieser Trend gilt auch für Jugendliche: Immer weniger junge Menschen greifen regelmäßig zur klassischen Zigarette.


Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass sich das Konsumverhalten verlagert. Vor allem bei der jungen Generation gewinnen E-Zigaretten zunehmend an Bedeutung. Erhebungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen bereits Erfahrungen mit Vapes gemacht hat und deutlich häufiger zu einer E-Zigarette als zu einer herkömmlichen Zigartette greift. Jungen nutzen E-Zigaretten dabei häufiger als Mädchen, und der Konsum nimmt mit dem Alter zu.

Diese Entwicklung unterstreicht, dass ein rückläufiger Tabakkonsum nicht automatisch mit einem geringeren Gesundheitsrisiko gleichzusetzen ist.


Prävention braucht Information und Kontinuität


Ein weiterer Schwerpunkt der schriftlichen Frage betrifft die Präventionsarbeit. Verschiedene Kampagnen und schulische Angebote zeigen Wirkung, insbesondere im Bereich der klassischen Tabakprävention. Gleichzeitig weisen aktuelle Befragungen darauf hin, dass Vaping bei Jugendlichen weiterhin präsent ist und häufig unterschätzt wird.


Daten aus Jugendbefragungen machen deutlich, dass E-Zigaretten oft als weniger schädlich wahrgenommen werden. Geschmack, Design und soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle. Vielen Jugendlichen und auch Eltern sind die möglichen Risiken nicht ausreichend bekannt.

Für uns ist deshalb entscheidend, Prävention kontinuierlich anzupassen und auf neue Entwicklungen zu reagieren. Dazu gehört auch, Eltern stärker einzubeziehen und Informationsangebote verständlich und niedrigschwellig zu gestalten.


Die vorliegenden Zahlen zeigen ein differenziertes Bild. Fortschritte in der Tabakprävention stehen neuen Herausforderungen durch E-Zigaretten gegenüber. Gerade deshalb ist es wichtig, Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und politische Maßnahmen auf einer soliden Datengrundlage aufzubauen.


Belgien nimmt eine Vorreiterrolle in der Gesetzgebung ein und ist das erste EU-Land, das den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten vollständig verboten hat. Der Alltag zeigt jedoch, dass der Konsum dieser Produkte insbesondere bei Jugendlichen weiterhin besteht. Gründe dafür sind unter anderem die Nähe zu Nachbarstaaten, in denen ein solches Verbot nicht gilt, sowie der weiterhin mögliche Online-Verkauf mit Lieferung nach Belgien.


All dies verdeutlicht, dass gesetzliche Regelungen allein nicht ausreichen. Neben konsequenter Kontrolle braucht es weiterhin Information, Prävention und eine enge Begleitung gesellschaftlicher Entwicklungen.


Die vollständige schriftliche Frage von Steffi Pauels und die Antwort der Gesundheitsminterin könnt ihr in folgendem Dokument einsehen:



Kommentare


Empfohlene Einträge
Aktuelle Einträge
bottom of page