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Pauels: Abschaffung des Religions- oder Moralunterrichts ist keine Option!

Wenn es nach dem Willen der Regierung im frankophonen Landesteils Belgiens geht, dann sollte der Religions- und Moralunterricht bald nur noch eine Option sein. Diese Kurse können dann, müssen aber nicht besucht werden. Ab September 2024 würden diese Kurse dann allmählich völlig aus dem offiziellen Stundenplan des offiziellen Unterrichts zugunsten einer zusätzlichen Erziehung in Philosophie und Staatsbürgerschaft verschwinden. Stephanie Pauels (CSP) hält diese Politik für falsch und will das Thema ins DG-Parlament bringen, um die Regierung zu einer klaren Haltung zu zwingen.


Das Thema ist nicht neu, erkennt Stephanie Pauels, Mitglied des PDG-Unterrichtsausschusses. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode ist die Zukunft des Religions- und Moralunterrichts verschiedentlich thematisiert worden. Dabei ist zu erkennen, dass es sowohl um juristisch komplexe Sachverhalte als auch um den Anspruch der Kinder und Eltern, eine philosophische, religiöse Ausbildung zu erhalten.


"In meinen Augen wird diese Sache womöglich zu leichtfertig angegangen", fürchtet Pauels. "Es geht eben nicht um das Vermitteln von Grundlagen, wie man ein ordentlicher Staatsbürger wird oder nicht leichtfertig auf Kreditangebote reinfällt, was durchaus wichtig ist und unbedingt gefördert werden muss. Es geht um Werte und Tugenden, die als Grundlage der Menschheit verstanden werden können, wozu eben auch der Glaube gehören kann", so Pauels.


Die seitens der frankophonen Bildungsministerin skizzierten Szenarien sehen a) die schlichte Abschaffung der philosophischen Kurse zugunsten von zwei Stunden Unterricht in Philosophie und Staatsbürgerschaft; b) zwei Stunden Unterricht in Philosophie und Staatsbürgerschaft und wahlweise eine Stunde Unterricht in Philosophie und Staatsbürgerschaft oder Religion/Moral oder c) zwei Stunden Philosophie- und Bürgerschaftserziehung für alle und eine Stunde Religion/Moral optional. Bisher vorliegenden Pressemitteilungen zufolge scheint das letzte Szenario das zu sein, das die Regierung bevorzugt.


Steffi Pauels wollte die DG-Regierung hierzu befragen, scheiterte dabei allerdings an recht fadenscheinigen Gründen. "Mir war und ist wichtig zu erfahren, wie die DG-Regierung diesem Konzept gegenübersteht. Während in der Vergangenheit solche Fragen problemlos gestellt und diskutiert werden durften, wurden nun Formalia vorgeschoben, die das verhindern" bedauert Pauels.


Unabhängig davon wird Pauels eigenen Angaben zufolge dieses Thema weiterbearbeiten, und auf anderen Wegen ins Parlament bringen.

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