Kraft: „Die 2. Welle war vorhersehbar“

Unterrichtswesen: Schlingerkurs der Regierung lässt Zweifel an den Lehren aus dem Frühjahr zu

Ostbelgien, 28.10.2020. Nun also doch: Die DG-Regierung hat sich in dieser Woche für eine Sekundarschulschließung entschieden. Obwohl die CSP-Fraktion die Regierung in der Krise bisher unterstützt hat, zweifelt der CSP-Abgeordnete Colin Kraft daran, dass die Regierung in den vergangenen sechs Monaten alles getan hat, um die Schulen darauf vorzubereiten. Dazu gehört nicht nur die flächendeckende Ausstattung mit Laptops.

Schon im Mai hat Colin Kraft, bildungspolitischer Sprecher der CSP-Fraktion, die Regierung darauf aufmerksam gemacht, dass für eine zweite Welle Vorkehrungen getroffen werden müssen. Er hatte angemerkt, dass ´Wenn-Dann´-Konzepte für die Schulen erforderlich seien, damit man im Falle des Falles so einem bestimmten Organisationsmuster folgen kann. Dabei forderte er eine politische Entscheidung in Sachen digitaler Ausrüstung und Schulungen für das Lehrpersonal und die Sekundarschulen. „Die zweite Welle war von allen Virologen angekündigt und demnach vorhersehbar. Leider gewinne ich heute den Eindruck, dass weder die Schulen noch das Lehrpersonal oder die Schüler von der Regierung deutlich besser auf die aktuelle Situation vorbereitet wurden als im März“, so Kraft.

Die CSP forderte mehrmals, dass flächendeckend das gesamte Lehrpersonal der DG sowie für alle Sekundarschülerinnen und -schüler mit Laptops ausgestattet werden sollten. „Nicht jede Familie kann sich ein Endgerät wie Laptop oder Tablet leisten. Aber alle Schülerinnen und Schüler müssen über die gleichen Voraussetzungen verfügen. Sonst leidet die Bildungsgerechtigkeit“, so Kraft. Noch im September bestätigte die DG-Regierung während einer öffentlichen Ausschusssitzung, dass sie nicht garantieren könne, dass alle im Falle eines Fernunterrichtes auf die digitalen Inhalte zugreifen können. „Es waren sechs Monate Zeit, die Sekundarschulen mit Laptops auszustatten und das Lehrpersonal strukturell auf digitalen Unterricht vorzubereiten. Abgesehen von internen Workshops aus Eigeninitiative mancher Schulen, ist kaum etwas passiert“, kritisiert Kraft. „Das ist besonders bedauerlich, weil wir trotz Oppositionsrolle der DG-Regierung unsere uneingeschränkte Unterstützung zugesagt haben.“

Auch der Schlingerkurs der DG-Regierung in Bezug auf die Schulen brachte sehr viel Unruhe in die Situation. Zuerst wurde der Verlängerung der Allerheiligenferien eine Absage erteilt, kurz danach anders entschieden. Zudem wurden die Parameter des Code-Rot zwischenzeitlich geändert, ohne weitere Maßnahmen für die Schulgesundheit vorzusehen. „Es wurden zu lange keine oder nur halbherzige Entscheidungen getroffen“, stellt Colin Kraft klar, der sich immer gegen eine Schulschließung aussprach. „Vergangenen Donnerstag hieß es noch, dass die Schulen virologisch als berechenbarer Raum galten und der Fernunterricht entsprechend kein Thema sei. Am Montag wird dann wieder alles in Frage gestellt und anders entschieden. Für die Schulen, Lehrpersonal und Eltern entsteht dadurch eine unberechenbare Situation.“

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