Impfsituation in Ostbelgien

Wort den Parteien - Oktober

Zu Beginn der Impfkampagne verfolgte man das Ziel, dass ca. 75% der Bevölkerung geimpft sein sollte, damit sich das Virus nicht mehr gut verbreiten kann. Angesichts der hohen Ansteckungsrate der Delta-Variante, ist dieses Ziel aber leider nicht mehr ausreichend. Experten sprechen sich nun dafür aus, dass zwischen 85% und 90% der Bevölkerung vollständig geimpft sein sollte.
Wir stehen in Ostbelgien mit unserer Impfquote von 74% nicht schlecht da, die Tendenz ist aber leider stagnierend.
Die CSP spricht sich grundsätzlich für das Impfen, aber gleichzeitig auch gegen eine Impfpflicht aus. Menschen sollten aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und Statistiken die Überzeugung erlangen, dass die Impfung der richtige Weg ist.
Das bedeutet nicht, dass man sich nicht kritisch mit der Impfung auseinandersetzen darf. Das geschieht durchaus.
Die Entscheidung sich impfen zu lassen, ist aber schlussendlich eine Abwägung zwischen den Risiken und Nebenwirkungen der Impfung, und den Risiken und Nebenwirkungen der Infektion. Und wenn man bereit ist, sich mit der großen Mehrheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse auseinanderzusetzen, dann muss man feststellen, dass die Risiken und Nebenwirkungen der Infektion deutlich höher sind als die der Impfung.
Dieser Konsens, dem wissenschaftlichen Diskurs zu vertrauen, ist nicht nur wichtig für die wissenschaftliche Entwicklung, sondern auch für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Sich von Informationen, Fakten und Argumenten überzeugen zu lassen, ist das Credo der modernen aufgeklärten Welt, die auf Vernunft basiert.
Natürlich darf jeder seine Meinung haben, der Staat muss allerdings handeln und im Sinne der Volksgesundheit auch zeitweise "beschränkend" eingreifen. In einer Gesellschaft, in der Menschen zusammenleben, gibt es nämlich keine Freiheit ohne Grenzen. Selbst die Verfassung lässt Einschränkungen von Grundrechten zu. Allerdings nur im Notfall und unter strengen Voraussetzungen, auf die man sich in demokratischen Prozessen einigt.
Wir sind jedenfalls der Auffassung, dass man nicht gleichzeitig gegen Schutzmaßnahmen und gegen Impfung sein kann. Es sei denn, man nimmt bereitwillig Tote, schwere Krankheitsverläufe, und Spätfolgen wie Long-Covid billigend in Kauf.

Cliff Wirajendi, CSP-Generalsekretär
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