EU-Parlament fordert stärkeren Kinderschutz im Netz - Arimont und Verougstraete drängen auf strengere Regeln
- Die CSP

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Straßburg, 26.11.2025. Das Europäische Parlament hat heute einen Bericht zum Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken mit großer Mehrheit (483 Ja-, 92 Nein-Stimmen und 86 Enthaltungen) angenommen. In dem Text fordert das Parlament neue, strenge europaweite Regeln für Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok & Co. Die EU-Abgeordneten Pascal Arimont (CSP) und Yvan Verougstraete (Les Engagés) hatten bereits im Sommer an dem Bericht mitgewirkt und die Kommission zu konkreten Schritten aufgefordert. Nun erhöht das gesamte Parlament den Druck.
„Unsere Kinder verbringen mehr Zeit im Netz. Deshalb brauchen sie dort denselben Schutz wie auf dem Schulhof oder auf der Straße. Plattformen müssen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen - die Rechte der Kinder müssen Vorrang vor den Geschäftsinteressen der Digitalkonzerne haben“, erklären Arimont und Verougstraete.
Was enthält der Text?
Altersbeschränkung: Der Text fordert die Festlegung einer einheitlichen europäischen digitalen Altersbeschränkung von 16 Jahren, unterhalb derer der Zugang zu Online-Plattformen im Bereich der sozialen Medien nicht gestattet sein sollte, es sei denn, die Eltern haben zugestimmt. Für Kinder unter 13 Jahren sollen besonders strenge Vorgaben gelten.
Werbeverbot: Gezielte Werbung an Minderjährige soll verboten werden - auch in sozialen Netzwerken.
Suchtmechanismen: Die am stärksten suchterzeugenden Funktionen - etwa bestimmte Empfehlungssysteme und das automatische Endlos-Scrollen - sollen standardmäßig deaktiviert werden.
Alterskontrollen: Plattformen sollen verlässliche datenschutzfreundliche Altersüberprüfungssysteme einführen.
Schutz vor Manipulation: Manipulative Design-Tricks („Dark Patterns“) sollen verschwinden, gefährliche Inhalte schneller entfernt werden.
Die beiden EU-Abgeordneten hatten sich im Vorfeld durch Abänderungsvorschläge für strenge Regeln eingesetzt: „Ein Altersverbot bis zu einem bestimmten Alter ist nur dann sinnvoll, wenn es auch eine Altersüberprüfung gibt, die funktioniert. Plattformen wie Meta oder TikTok sträuben sich gegen solche Maßnahmen, weil Kinder und Jugendliche wichtige Kunden sind. Aus diesem Grunde wollten wir eine verpflichtende Altersüberprüfung für alle in Europa verkauften, mit dem Internet verbundenen Geräte und ein vollständiges Verbot zielgerichteter Werbung - auch in verdeckter Form über Influencer. Der nun angenommene Bericht ist ein Kompromiss. Er enthält jedoch viele unserer zentralen Forderungen und ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“.
„Der Schutz von Kindern im Internet darf nicht länger vom guten Willen der Plattformen abhängen. Mit diesem Bericht erhöhen wir den Druck - auch im Interesse der Familien“, fassen Arimont und Verougstraete zusammen.





































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