Endometriose: Eine von zehn Frauen betroffen

Huppertz & Tjandra: "Wir brauchen einen föderalen Plan zum Kampf gegen Endometriose, damit wir die Diagnose, Behandlung und Erforschung verbessern können. Außerdem sollte die DG umfassende Sensibilisierungsmaßnahmen, Aufklärungskampagnen und Hilfen zur Endometriose in Ostbelgien fördern."

Es wird geschätzt, dass bis zu 10% aller Frauen zwischen 15 und 50 Jahren unter Endometriose leiden. Das ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen, die Ansiedlungen von Gewebe außerhalb der Gebärmutter zur Ursache hat. Solche Gewebsinseln werden als "Endometrioseherde" bezeichnet. Während die einen nichts davon spüren, ist es bei anderen eine chronische Erkrankung, die starke Schmerzen verursacht: Das sind meist Unterleibsschmerzen, die zusammen mit der Regelblutung, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten können. Sie werden als krampfartig erlebt und können in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen sowie von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Wie sich die Schmerzen äußern, hängt auch davon ab, wo sich diese Herde festgesetzt haben. Sie befinden sich zum Teil innerhalb der Gebärmutterwand, aber auch im Bereich der Eierstöcke, Eileiter, an der Auskleidung von Becken und Bauchraum sowie selten in der Wand von Nachbarorganen wie Darm oder Blase, was zu Problemen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang führen kann. Auch ungewollte Kinderlosigkeit kann mit Endometriose zusammenhängen. Eine schwere Endometriose kann die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark einschränken und trotzdem dauert es oft acht bis zehn Jahre, bis diese Ursache festgestellt wird. Gründe dafür sind unter anderem, dass diese Erkrankung wenig bekannt ist und viele glauben, dass selbst stärkste Schmerzen irgendwie "dazugehören". Das stimmt aber nicht! Deshalb ist es wichtig, darüber zu informieren, damit auch bei Betroffenen und ihrem Umfeld ein Bewusstsein geschaffen und die Erkrankung beim Aufsuchen ärztlicher Hilfe frühzeitig diagnostiziert werden kann. Eine Diagnose kann unter anderem bei einem Ultraschall festgestellt werden, zur definitiven Diagnosesicherung und Therapie ist jedoch oft eine Bauchspiegelung notwendig. Frankreichs Präsident hatte Anfang des Jahres einen nationalen Plan vorgestellt: Er will die Diagnose, Behandlung und Erforschung der Erkrankung verbessern. Dazu sagte er: „Das ist kein Frauenproblem, das ist ein gesellschaftliches Problem“. Da der DG-Gesundheitsminister auf Nachfrage Jolyn Huppertz berichtete, dass aktuell in Belgien kein föderaler Plan erarbeitet wird, fordert die CSP-Abgeordnete sowie die Vorsitzende der Jungen Mitte, Shirin Tjandra, dass die DG sich dafür auf föderaler Ebene starkmacht. Außerdem sollte die DG-Regierung umfassende Sensibilisierungsmaßnahmen, Aufklärungskampagnen und Hilfen zur Endometriose in Ostbelgien fördern.
Jolyn Huppertz, Abgeordnete der CSP-Fraktion
Shirin Tjandra, Vorsitzende der Jungen Mitte
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