Neujahrsempfang 2010
Antrittsrede des CSP-Präsidenten Luc FRANK beim Neujahrsempfang der CSP am 16. Januar 2010 in Hünningen (Büllingen).
Einleitung
Liebe Parteifreunde,
zunächst möchte ich Euch alles Gute und eine robuste Gesundheit für das neue Jahr wünschen. Ich hoffe, dass Ihr alle Eure Ziele für 2010 erreichen mögt!
Um Euch meine Ziele für 2010 zu erklären, möchte ich auf eine kleine Anekdote aus meinem Leben zurückgreifen:
Vor einigen Wochen habe ich mir mit meinem Sohn Valentin den Zeichentrickfilm Ratatouille angeschaut.
Kennt Ihr Ratatouille?
Ratatouille ist eine kleine Maus, die zusammen mit ihrer Sippschaft im Gebälk des Hauses einer alten Dame lebt.
Die Großfamilie von Ratatouille ernährt sich grundlegend von Essensresten, Abfällen und sonstigen von der Menschheit entsorgten Nahrungsmitteln, die oft zwar nahrhaft, meist aber ohne Geschmack sind. Alle Familienangehörigen sind mit diesem unterdurchschnittlichen Fraß zu frieden. Alle – bis auf Ratatouille!
Er träumt von der „bonne cuisine“, die in den Pariser Sternenrestaurants angeboten wird. Ratatouille träumt sogar von einer Karriere als Sternekoch in der französischen Hauptstadt!
Wie durch Zufall gelangt die kleine Maus in das renommierteste Sternerestaurant der französischen Metropole. Nach vielen lehrreichen Erlebnissen und durch harten Fleiß schafft es Ratatouille schließlich bis an die Spitze eines renommierten internationalen Restaurants.
Ratatouilles Utopie wird war. Ende gut, alles gut!
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt:
Was hat das mit der CSP zu tun?
Was hat das mit uns zu tun?
Mehr als es auf den ersten Blick erscheint…
Schier unmögliches, ja unglaubliches wird mit viel Fleiß, Engagement, Herzblut, Zielstrebigkeit und Vision verwirklicht.
Erlaubt mir ein kleines Experiment: Schließt doch mal die Augen und stellt Euch vor, die CSP sei ein Restaurant.
Was sieht Euer inneres Auge?
Welcher Geschmack steigt in Euren Gaumen? Welchen Duft habt Ihr in der Nase? Welcher eventuelle Beigeschmack liegt Euch auf der Zunge? Welche Hintergrundmusik oder Küchengeräusche nehmt Ihr wahr?
Ich bin mir sicher, dass jeder einzelne von uns hier eine andere Wahrnehmung und Vorstellung empfunden hat.
Unsere Reichtümer, Leid, Schätze, Frustrationen, Chancen, Schwächen, Stärken, Ärger und vieles mehr würden an den Tag treten.
Genau vor einer Woche haben wir dieses kleine Experiment mit dem aktuellen Vorstand der Partei durchgeführt.
Bildlich gesprochen nimmt das jetzige CSP-Restaurant folgende Konturen an:
- Es handelt sich um ein altehrwürdiges und etabliertes Restaurant. Hier wurde schon viel geleistet!
- Hauptsächlich wurde eine gutbürgerliche Küche serviert.
- Das Mobiliar und die Innenausstattung stammen zum Großteil noch aus vergangener Blütezeit. Die Küchenausstattung und deren Kochutensilien sind noch eine Mitgift aus Omas Zeiten.
- Das zahlreiche Küchenpersonal samt Bedienung ist ganz unterschiedlich strukturiert. Die meisten sind sogar sehr polyvalent: Sie können spülen, putzen, bedienen, kochen, Gemüse säubern, Lieferanten pflegen und anwerben. Einige sind sehr gut im Bedienen, kennen aber leider das Menü nicht.
- Mancher kocht auch schon mal gerne sein eigenes Süppchen.
- Wir verfügen über viele gute Lieferanten. Aber auch hier muss festgestellt werden, dass viele in den vergangen Jahren abgesprungen sind. Ihr Lieferangebot entsprach einfach nicht unserer Küche. Wir haben uns ihnen verschlossen. Sie haben sich anders orientieren müssen, weil wir sie einfach nicht mehr bedienen konnten.
- Ein Großteil der Kundschaft ist uns treu erhalten geblieben. Jedoch spüren auch wir deutlich die Krise. Die Rezession hat auch vor uns nicht halt gemacht. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir Umsatzeinbußen von zehn Prozent verbuchen müssen. Von zehn potenziellen Kunden sitzen keine drei mehr an unserem Tisch.
- Das Ladenlokal befindet sich inzwischen in einer Seitenstraße. Das Zentrum des Geschehens hat sich in den vergangen zehn Jahren deutlich verschoben. Viele potentielle Kunden finden einfach den Zugang zu unserem Lokal nicht mehr!
- Die Speisekarte ist immer noch gutbürgerlich. Der Ursprung der jetzigen Karte stammt noch aus den 80er Jahren. Sie wurde in den 90er Jahren teilweise angepasst und erhielt Ende 2008 ein neues Layout.
- Unsere Traditionsgerichte wie Wiener Schnitzel, Jägerschnitzel, Steak mit Fritten oder Königinpastetchen kennen wir in- und auswendig. Selbst gehören diese Gerichte jedoch schon lange nicht mehr zu unserem eigenen Speiseplan.
Als neuer Küchenchef möchte ich mich gemeinsam mit dem Küchenpersonal eingehend mit der Erneuerung der Speisekarte beschäftigen.
Denn diese Speiskarte ist der Weg zum Erfolg!
Sie wird maßgeblich beeinflussen welche Kunden wir ansprechen, welchen neuen Lieferanten wir anwerben können, welche neuen Küchenmeister, Kellner, Lehrlinge wir für uns gewinnen können.
Die CSP braucht dringend ein überzeugendes und einschlägiges Programm mit Kernthesen!
Wir brauchen ein Kernprogramm:
• das sich zum „C“ positioniert,
• das sich mit wichtigen Zukunftsfragen beschäftigt,
• das langfristige politische Entwürfe ermöglicht,
• das sich für jeden verständlich vermitteln lässt,
• das einen Alleinstellungswert hat.
Wir werden ein neues Leitbild, eine neue Unternehmensphilosophie, eine neue Corporate Identity entwickeln.
Wir werden noch vor dem Frühjahr mit der Führungsspitze der CSP im Kloster Steinfeld in der Nordeifel in Klausur gehen.
Wir werden mit drei externen Fachkräften diese Kernthesen und das neue Leitbild ausarbeiten und Vorschläge formulieren. Diese Kernthesen und die neue Corporate Identity werden die orangen Fäden ziehen.
Unser politisches Handeln, unsere politische Einflussnahme und unsere politischer Auftritt in den Gemeinden, der DG, der Provinz, der Wallonischen Region, dem belgischen Bundesstaat und der EU werden sich danach ausrichten.
Wir werden im Rahmen dieser Klausur die Kommunikation innerhalb der Parteispitze näher beleuchten. Auch in diesem Punkt werden wir von einer externen Person beraten und gecoacht werden.
Wir werden als Team zusammenwachsen. Nach dem Motto : „Einer für alle – alle für einen!“
Wir werden die CSP um- beziehungsweise neu strukturieren.
Wir werden die Führungsgremien der CSP neu besetzen.
Wir werden ausgehend von unserem neuen Kernprogramm gezielt Personengruppen ansprechen: junge Menschen, Frauen, Familien, Senioren, Unternehmer, Arbeiter, Mittelständler, Eltern, Schüler, Patienten, Krankenpfleger, Familienhelfer, Handwerker, Anwälte,...
Denn wir sind immer noch DIE ostbelgische Volkspartei!
Wir werden auf alt gediente und neue Kommunikationsformen setzten. Wir werden alt bewährtes, neu beleben. Der Mittelpunkt wird neu geboren werden!
Wir werden deutlich mehr Präsenz zeigen und unser Geschäftslokal ins Zentrum verlegen. Denn wir leben von den Mitgliedern und den Menschen der DG. Sie sind unser größtes Kapital!
Wir werden unsere Mitglieder mehr wertschätzen. Wir werden die Mitglieder zu Wort kommen lassen. Wir werden die Mitglieder mitentscheiden lassen. Wir werden unsere Mitglieder aktiv mit einbinden.
Ihr seht: Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an!
Anschließend möchte ich kurz auf den geplanten Umzug des Parlamentes eingehen.
Wir begrüßen ausdrücklich die Tatsache, dass ProDG Fehler in der Kommunikation eingesteht.
Wir würden uns freuen wenn alle Mehrheitspartner diese politische Zivilcourage aufweisen würden.
Wir möchten an dieser Stelle allen Bürgern sagen: Mischt Euch ein, denn ihr seid das Volk! Ihr bewegt!
Vielleicht ist das bereits der erste Schritt in die richtige Richtung?
Wir fordern, dass die Entscheidungsträger endlich Größe zeigen, Mut zur Courage haben, Transparenz zu gewähren, die Meinung des Bürgers zu respektieren und alle Alternativen zu prüfen.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.
Luc FRANK
CSP-Präsident


