*Die (neue) Armut der Familie
Grenz-Echo Monatsausgabe vom 5. August 2010.
Die Armut in der Deutschsprachigen Gemeinschaft nimmt zu, die Einkommensunterschiede werden größer. Lebenshaltungskosten steigen, während die Kaufkraft der Niedriglohnempfänger abnimmt. Insgesamt steigt das Armutsrisiko. Das ist das Ergebnis einer parlamentarischen Anhörung zum Thema Armutsbekämpfung.
ÖSHZ
Mittlerweile werden die ÖSHZ nicht nur durch Menschen ohne geregeltes Einkommen beansprucht. Immer mehr Menschen beantragen Beihilfen, um ihren alltäglichen Bedürfnissen nachzukommen, wie beispielsweise für Strom- und Heizkosten oder Krankenhaus- oder Medikamentenrechnungen. Die Wirtschaftskrise hat zudem zur Folge, dass sich eine steigende Anzahl Personen an die ÖSHZ wendet. Da das Eingliederungseinkommen zum Leben nicht reicht, werden weitere Notlagen geschaffen, die erneut durch die ÖSHZ aufgefangen werden müssen.
Wachsende Kinderarmut
Eine Studie des Roten Kreuzes aus dem Jahr 2009 berichtet, welches Ausmaß die Armut von Kindern in unserem Land inzwischen angenommen hat. Die Kinder und Jugendlichen, deren Familien vom Eingliederungseinkommen leben, leiden unter ihrer sozialen Situation und fühlen sich ausgeschlossen. Fast jedes achte Kind ist von Armut betroffen. Einige Familien und vor allem Alleinerziehende können ihre Kinder nicht mehr in den Sportverein oder zu Schulausflügen schicken, weil sie die Eigenbeteiligung an den Kosten nicht tragen können. Das ÖSHZ kann in solchen Fällen Abhilfe schaffen, aber für viele ist der Gang zum Sozialhilfezentrum mit Scham verbunden. Die schwieriger werdende Situation für Familien, insbesondere für Kinder und Jugendliche, wird die DG vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Wir als CSP möchten einen „Fonds gegen Kinderarmut“ einrichten, der unter die Zuständigkeit der DG fällt und von ihr finanziert wird.
Schule
Oft ist es so, dass der Schulbesuch, der grundsätzlich schon aus ethischen Gründen kostenlos sein soll, in Wirklichkeit mit steigenden finanziellen Anforderungen an die Eltern verbunden ist (Ausflüge, Schulbuchgebühren, Kopien...). Gerade für kinderreiche Familien und Alleinerziehende ist diese Tatsache ein Problem, die zu einer Ungleichbehandlung führt. Die CSP erwartet, dass die bisherigen Anstrengungen im Bildungsbereich wesentlich verstärkt werden. Wir denken an die schulische Erziehung und Ausbildung im Umgang mit Geld und Vermögen, ein optimales Angebot an Hausaufgabenschulen und die Senkung der Schulkosten für die Familien.
Gabriele Thiemann Heinen
René Chaineux
CSP-Fraktion


