*Die internationale Banken- und Finanzkrise
Grenz-Echo Monatsausgabe vom 15. Januar 2009.
Bankenkrise und ihre Folgen in der DG
Durch die Bankenkrise in den USA ist eine Kettenreaktion entstanden,
die weltweite Folgen hinterlässt und die Volkswirtschaft aller Staaten
schädigt.
Obschon die Banken auf demselben Markt konkurrieren, sind
sie durch die Globalisierung international geschäftlich miteinander
verbunden. Banken leben vom Kreditgeschäft. Grundsätzlich wird das
Risiko bei einer Kreditvergabe durch Sach- oder Vermögenswerte des
Kreditnehmers ausgeglichen. Fällt ein Kreditnehmer aus, dann müssen
diese Sicherheiten verkauft werden, um den Verlust abzudecken. Vergeben
Banken im Verhältnis zum Eigenkapital zu hohe Kredite, werden
gleichzeitig zu viele Schuldner zahlungsunfähig und stellen sich die
Sicherheiten als unzureichend heraus, können Banken in Schwierigkeiten
geraten.
Scheinwelt
Vor allem durch spekulative Anlagen
hat sich im Laufe der letzten Jahre eine Kredit- und Investitionsblase
entwickelt, die längst nicht mehr durch das nötige Kapital gedeckt war.
Immer risikoreichere Finanzprodukte wurden auch dem kleinen Sparer
angeboten. Durch die Offenlegung des gewaltigen Defizits gerieten quasi
weltweit alle Banken unter Druck. Keiner wusste mehr so recht, wie hoch
das tatsächliche Eigenkapital lag, das zur Absicherung von
Kreditgeschäften nötig war.
Da die Banken nur noch zögerlich neue
Kredite vergeben können, und dies zu anderen Bedingungen, leidet
inzwischen die gesamte Wirtschaft unter den Folgen der Finanzkrise z.B.
Stahl-, Autoindustrie, Bauwirtschaft oder der Technologiesektor.
Nicht
in den Hintergrund gerückt werden darf, dass Banken, Investoren und
Politiker zu lange zugesehen haben. Jetzt, wo die die Welt in einer
schweren Krise steckt, werden die Rufe nach der Hilfe des Staates immer
lauter. Und, obschon die Staaten besondere Anstrengungen zur Antreibung
der Wirtschaft unternehmen, bleibt unklar, in welcher Weise die Bosse
der Banken die Verantwortung für ihr fahrlässiges Handeln übernehmen.
Kleine und mittelständische Unternehmen hätten bei einem solchen
Gebaren längst Konkurs anmelden und persönlich Rechenschaft ablegen
müssen.
Regionale Auswirkungen
Die Folgen der Krise
dürften auch die DG treffen, denn ein geringes Wirtschaftswachstum
bedeutet weniger Einnahmen für unsere Gemeinschaft. Dies schränkt die
Handlungsspielräume ein, die wir besonders im Beschäftigungs-,
Bildungs- und Sozialbereich brauchen. Auch die Gemeinden werden auf
Einnahmen durch ausbleibende Dividenden verzichten müssen. Kommt hinzu,
dass die Wirtschaftskrise den hiesigen Arbeitsmarkt belastet und die
Deutschsprachige Gemeinschaft zu weiteren Anstrengungen im Bereich der
Umschulung und Weiterbildung zwingt. Deshalb forderte die CSP-Fraktion
durch Patrick Meyer die Regierung auf, mehr Mittel vorzusehen, um
dieser Entwicklung angemessen entgegenzutreten. Bei allen
Investitionsvorhaben sollten verstärkt hiesige Unternehmen einbezogen
werden.
Gabriele THIEMANN-HEINEN
CSP-Fraktionsvorsitzende

