*Klare Aussagen der CSP
Grenz-Echo Monatsausgabe vom 5. Februar 2009.
Menschlichkeit und Realismus
Das Ziel ist vorgegeben: Nach den Wahlen vom 7. Juni 2009 will die
CSP wieder Mehrheitsverantwortung übernehmen. Zehn Jahre Opposition
sind genug. Mit ganz klaren Aussagen werden wir deshalb vor die Wähler
treten. In der innerbelgischen Krise ist die Deutschsprachige
Gemeinschaft aus der Diskretion der Minderheit als Teilstaat Belgiens
verstärkt wahrgenommen worden. Die CSP hat dabei klar Position bezogen.
Sich
von Belgien nicht vereinnahmt, sondern sich dem Land gegenüber
verpflichtet zu fühlen, war immer die Überzeugung der CSP. Gerade
diese Überzeugung war es, die uns dazu bewogen hatte, den Antrag zum
Interessenkonflikt in der Angelegenheit Brüssel-Halle-Vilvoorde
eventuell mit zu tragen und Verantwortung zu übernehmen.
So denkt
die CSP und argumentiert auch so mit der wallonischen Region, wenn es
um die Übertragung von Kompetenzen z. B. im sozialen Wohnungsbau und in
der Raumordnung geht. In diesen sozialen, wirtschaftlichen und zugleich
sehr bürgernahen Themen, die uns im Alltag direkt betreffen, können wir
vor Ort besser angepasste Akzente setzen.
Es sind Zeiten, dass man
sich noch mehr den Menschen mit seinen Alltagsproblemen zuwenden muss:
Menschen, die nicht an der Börse spekulierten und ihre Ersparnisse
verloren haben, Menschen, die strebsam sind, aber dennoch ihren Job
verlieren, Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben und dennoch um
einen würdevollen Lebensabend bangen.
Es wäre überheblich zu
sagen, dass wir es ahnten, aber just zu Beginn dieser Krise haben wir
unser Grundsatzprogramm mit vielen Bürgern vorbereitet, debattiert und
verabschiedet.
Wir lagen goldrichtig: wir hatten unaufgefordert
unsere Bürgernähe gezeigt, wir haben uns zusammen Zeit genommen, um
eine Orientierung festzuhalten.
Welches Bild der CSP haben die Menschen aus diesem Kongress gewonnen?
Eine Partei im modernen "Outfit" und mit moderner Kommunikation
Junge Menschen, die begeistert mitgemacht haben.
Eine
Partei, die erklärt warum sie Partei ist im lokalen, regionalen,
föderalen und europäischen Gefüge, weil die Probleme der Menschen auf
all diesen Ebenen zu finden sind.
Eine Partei, die sagt, dass der
liberalisierte Markt zu einer zerstörerischen Maschine wird, wenn er
keine Sozial- und Umweltregeln akzeptiert.
Eine Partei, die öffentlich über Werte reden möchte.
Auch
im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft zeigen wir Mut und
Verantwortung, wo wir einerseits die jetzige Regierung kritisch
begleiten, beispielsweise in der Finanzpolitik, aber auch zeigen, dass
Oppositionspolitik sehr konstruktiv sein kann, wie wir dies in der
Schul- und Sozialpolitik gezeigt haben.
Auch in den Gemeinden, wo
die CSP in acht Mehrheiten Nähe zum Bürger beweist, indem sie diese
"Kleinbetriebe" mit starker, innovativer und sozialer Hand führt,
stehen wir zu dieser Verantwortung.
Unsere Antworten auf die zahlreichen Herausforderungen, würde ich in zwei Worten zusammenfassen: Menschlichkeit und Realismus.
Wenn
es ein Beispiel unserer klaren Linie gibt: Die CSP ist der Meinung,
dass die Koalition nach den Wahlen von Juni 2009 mit drei Ministern
starten kann. Mit der CSP wird es auch in einer Dreierkoalition so sein.
Ein
vierter Minister ist erst dann zu rechtfertigen, wenn uns weitere
Kompetenzen übertragen werden. Dies ist zurzeit nicht der Fall. Wir
haben nicht nur den Mut über das Sparen zu reden. Wir zeigen, dass wir
es wollen und können.
Regionalpräsident der CSP
www.csp-dg.be


