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*CSP-Nachwort zu den Wahlen

Grenz-Echo Monatsausgabe vom 25. Juni 2009.

Die CSP hat nicht nur Vergangenheit, auch Zukunft

Klar ist, dass die CSP bei den letzten Wahlen ihre Ziele nicht erreicht hat. Sie ist aber weiterhin die stärkste politische Formation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das ist kein Trost sondern eine Herausforderung an sich selbst und an die anderen politischen Partner.

Die CSP wird sich erneuern

Die letzten Wahlen haben eindeutig gezeigt, dass die Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft noch mehr erwarten als ein Grundsatzprogramm oder ein Wahlprogramm, und dass es nicht genügt, starke Vertreter aus den verschiedenen Gemeinden auf die Listen zu setzen.
Die CSP muss für klare Ideen und Vorschläge stehen und ihre Kommunikation neu gestalten. Sie muss Mandatare nach vorne schicken, die diese Ideen und Vorschläge entschlossen vertreten.

Die CSP befindet sich im Generationswechsel: Dies bedeutet einerseits eine Herausforderung für junge Kräfte aber andererseits auch die Unterstützung der Älteren.

Die CSP hat eine breite Basis, die motiviert und überzeugt werden kann. Sehr viele sind dazu bereit anzupacken und lassen sich glücklicherweise nicht abwerben, nur um zu den vorläufigen Gewinnern zu zählen.

Verantwortung für alle Bürger

So stark die Selbstkritik und so hoch die Herausforderung auch sein mögen, so soll dies jedoch nicht über die berechtigte Sorge um die Zukunft unserer Gemeinschaft hinwegtäuschen.

Es ist für uns unverständlich, dass eine Regierungsbildung, wenn auch in Form einer Weiterführung der jetzigen Koalition, stattfand, ohne auch nur ein einziges Gespräch mit  der stärksten politischen Partei und allen anderen Parteien, u. a. der Ecolo-Partei, die deutlich gewonnen hat, zu führen.  Hier ging es um mehr als nur einen Anruf am Wahlabend. Hier ging es um 17.116 Wähler, die mindestens angehört werden sollten. Hier ging es unter anderem um fast 5.000 Weißwähler, die sich von der DG-Politik nicht angesprochen fühlen.

Es gibt in der Opposition genügend Potential und Ideenreichtum und diese sind für die Herausforderungen unserer Gemeinschaft eminent wichtig.

Die Finanzlage der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Sozial- und Gesundheitsstandort Ostbelgien, die Übertragung von Kompetenzen verlangen mehr als nur eine "Sonntagabendunterschrift". Und wenn wir heute eine viel gepriesene Autonomie haben, dann verdanken wir diese ausschließlich den Parteien, die auch national eingebunden sind.

Natürlich sind "13" eine Mehrheit, aber eine breitere Mehrheit würde die Meinung von viel mehr Bürgern aus der DG einbeziehen.

Die CSP wird ihre Erneuerung und ihre Rolle sehr frisch und offensiv angehen und u. a. die jetzige Mehrheit systematisch auf ihre Versprechen hin kontrollieren.

Mathieu GROSCH
Regionalpräsident der CSP
www.csp-dg.be