Maßnahmendekret im Unterrichtswesen: „Freiheit der Lehrer darf nicht eingeschränkt werden“
In dem so genannten Maßnahmendekret 2010 wird eine Fülle verschiedener Normen im Unterrichtswesen neu festgelegt. Gegen einige der Normen, allen voran die Rahmenpläne des Unterrichtsprogramms und die Fristverkürzung für die Wiedereröffnung von Dorfschulen, hat sich die CSP-Fraktion bei der Plenarsitzung vom 28. Juni ausgesprochen.
Das Unterrichtswesen ist der Politikbereich, an dem die meisten Menschen unserer Gemeinschaft direkt (als Schüler oder Angestellte) oder indirekt (als Eltern oder Angehörige) teilhaben. Viele Regelungen müssen hier immer wieder angepasst und abgeändert werden. Ein so genanntes „Maßnahmendekret“, in dem eine Fülle verschiedener Punkte neu festgelegt werden, ist in der Unterrichtspolitik deshalb keine Seltenheit.
Die Palette des Maßnahmendekrets 2010 etwa berührt das berufliche Statut des Lehrkörpers, Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler, die Erstattung von Subventionen, die Schließung von Grundschulen bzw. deren Wiedereröffnung, die Bestimmungen für eine Kunstakademie oder die Festlegung eines Unterrichtsprogramms (so genannte Rahmenpläne) im Bereich der Berufswahlvorbereitung und Berufsorientierung.
In Bezug auf den Vorschlag gewisser Rahmenpläne durch den Unterrichtsminister blieb die CSP bei ihrer Haltung, dass verpflichtende Lehrinhalte einengend für das Fach und die Stoffvermittlung sind. Die CSP bemängelt, dass die Lehrinhalte einer Abhakliste gleichen und die Freiheit der Lehre einschränken. Denn neben der rigiden Festlegung eines Lehrplans gibt es den wichtigen Aspekt der Eigenverantwortung und der Kompetenz des Lehrkörpers. Diese Eigenverantwortung und die Kompetenz sollen nicht durch festlegende „Inhaltskontexte“ gedrosselt oder eingeschränkt werden. Die CSP steht für die Förderung der Eigenkompetenz und der Eigenverantwortung der Lehrer. Nur durch sie erlebt der Lehrerberuf eine wirkliche „Aufwertung“.
Als ebenso problematisch betrachtet die CSP die Fristverkürzung für die Wiedereröffnung von Dorfschulen. Hierbei handelt es sich um sehr kleine Schuleinheiten (manchmal sechs Schüler im Kindergarten und 12 Schüler in der Primarschule), die vor allem in Eifeldörfern liegen. Für die CSP ist wichtig, dass die Dorfschulen und damit das Dorfleben erhalten bleiben. Dorfschulen müssen weiterhin die Möglichkeit und nötige Zeit haben, einen momentanen Schülerengpass zu korrigieren.
Patricia Creutz-Vilvoye und Gabriele Thiemann-Heinen


