Das Alter neu denken
Rückgang der Geburtenrate, höhere Lebenserwartung – auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird der Anteil der älteren Mitbürger in den kommenden Jahrzehnten beachtlich zunehmen. Doch wo viele Menschen vor allem negative Seiten mit einem sich anbahnenden demographischen Wandel verbinden, erkennt die CSP Chancen. Für eine positive Entwicklung bedarf es jedoch einer rechtzeitigen und vorausschauenden Politik.
Die Christlich Soziale Partei möchte die aktive Gestaltung des demographischen Wandels annehmen. Die Deutschsprachige Gemeinschaft braucht vielfältige Aufnahmestrukturen für Senioren. Ganz obenan steht das betreute Wohnen, das in Partnerschaft mit den bestehenden Altenheimen und mit Hilfe privater Anbieter gefördert werden muss. Das betreute Wohnen ermöglicht eine Zwischenetappe vor der Aufnahme in ein Pflegeheim, mit der wir das Ziel einer möglichst langen Selbstbestimmung der älteren Bevölkerung erreichen möchten.
Interessante Ansätze liefern auch so genannte Mehrgenerationenhäuser. Sie fördern die Verständigung zwischen den verschiedenen Altersgruppen, die sich an gemeinsamen Wohnstätten gegenseitig unterstützen und von ihren jeweiligen Kompetenzen profitieren. Darüber hinaus bieten sie Raum für Angebote zur Kinderbetreuung und schaffen ein neues nachbarschaftliches Miteinander von Alt und Jung. Hier können Ehrenamtliche, private Anbieter und Politik neue Strukturen ermöglichen, die Gesellschaftsmodelle der Zukunft bestimmen werden.
In diesem Kontext ist das ehrenamtliche Engagement und die Eigenverantwortung der Familien ein wichtiges Element. Schließlich würde der finanzielle und personelle Aufwand die Deutschsprachige Gemeinschaft ansonsten schnell an ihre Grenzen stoßen lassen. Das soziale Ehrenamt kann das Wissen und die Erfahrung der Älteren mit der Kreativität und dem Willen zur Erneuerung der Jüngeren zusammenbringen und fruchtbar machen.
Wir müssen den anstehenden demographischen Wandel also schon heute als Chance begreifen und früh genug damit beginnen, das Alter neu zu denken. Unsere Gemeinschaft braucht die ältere Generation. Oberstes Ziel muss es sein, den älteren Menschen so lange wie möglich und ungeachtet ihrer finanziellen Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben als vollwertige Mitglieder der zivilen Gesellschaft zu ermöglichen.
Denn: Eine Gesellschaft, die das Alter nicht achtet, ist unmenschlich. Die Solidarität zwischen den Generationen war immer ein wichtiger Pfeiler der christlich-sozialen Einstellung. Für uns gilt: Keine Bevölkerungsgruppe darf benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Die CSP setzt sich weiterhin für die Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Generationen ein.
Patrick MEYER
CSP-Fraktion


