„Werte nicht dem Zeitgeist opfern“
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Welches sind die Säulen christlich-sozialer Politik? Um diese Frage drehte sich der CSP-Parteitag am 31. Mai 2012 in Eupen, bei dem CSP-Präsident Luc Frank seine Grundsatzerklärung vorstellte. Mit Steven Vanackere und Prof. Rik Torfs beteiligten sich auch namhafte Christdemokraten aus Flandern an der Wertediskussion.

 

 

Gegenpol

 

In der neuen Grundsatzerklärung stellt CSP-Präsident Luc Frank eines unmissverständlich klar: „Wir wollen unsere Werte nicht dem Zeitgeist opfern“. Die CSP bekennt sich auch weiterhin zu den christlichen Werten und setzt somit die Würde des Menschen in das Zentrum ihrer Politik. „Wir berufen uns auf das christliche Welt- und Menschenbild, das einen Gegenpol bildet zu den Parteien, die sich rein am wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Denken orientieren.

 

Unverfügbarkeit des Menschen

 

Wesentliches Merkmal dieses Menschenbildes sei die Unverfügbarkeit des Menschen, so Frank. Der Mensch als Person habe einen Eigenwert, etwas Unverletzliches und Unantastbares. Darum dürfe er niemals als Mittel zum Zweck instrumentalisiert werden. Ein wichtiges Element dieses Menschenbildes sei der nötige Respekt gegenüber allen Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Weltanschauung, ihres Geschlechts oder Alters.

 

Unbequemes Menschenbild

 

Dies sei jedoch auch mit hohen Erwartungen an jeden einzelnen Menschen verbunden: „Wir glauben an die Kraft des Menschen. Deshalb muss jeder, der es kann, zunächst Verantwortung für sein Tun übernehmen. Der Mensch muss sich Raum für seine Entfaltung schaffen“, betonte Frank. Die CSP wolle daher die Eigenverantwortung des einzelnen Menschen fördern. Denn nicht der Staat müsse das gesellschaftliche Leben bestimmen, sondern die Menschen selbst.

 

Subsidiarität gewährleisten

 

Je unmittelbarer Entscheidungen der Politik den Einzelnen oder das gesellschaftliche Zusammenleben betreffen, umso mehr müsse daher beachtet werden, dass die Verantwortung und die Gestaltungsfreiheit der Menschen gewahrt bleibe. „Auch kleineren Einheiten muss eigene Entscheidungsfreiheit zugestanden und gewährt werden – das ist gelebte Subsidiarität“, so Luc Frank in Hinblick auf die institutionelle Entwicklung der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

 

Solidarität garantieren

 

Die Sorge um die Wahrung der menschlichen Würde führe dabei gleichzeitig zur Bereitschaft gegenseitiger Hilfe – der Solidarität – in der Gesellschaft. Denn der Mensch werde erst in der Gemeinschaft zum vollwertigen Menschen. „Deshalb schauen wir auf den Schwachen, dem geholfen werden muss, ohne dass nach dem eigenen Nutzen des Handelns gefragt wird.

 

Ansporn und Anspruch

 

Luc Frank beendete die Vorstellung der neuen Grundsatzerklärung mit einer eindringlichen Aufforderung an die CSP-Mitglieder: „Unsere Werte sind ein selbst gesetzter Anspruch, dem wir gerecht werden möchten und der uns Ansporn bleiben muss.

 

Elementare Grundsätze der Christdemokratie

 

Die Ehrengäste Steven Vanackere, Vize-Premierminister und Finanzminister, sowie Senator Rik Torfs von den flämischen Christdemokraten (CD&V) gratulierten der CSP zu den klaren Leitlinien der neuen Grundsatzerklärung. Beide erinnerten in ihren Redebeiträgen an folgende elementare Grundsätze der Christdemokratie:

 

- die absolute Achtung der Würde des Menschen;
- die Freiheit des Menschen im Sinne einer Freiheit in Verantwortung;
- die Solidarität als Überzeugung, dass der Mensch kein Einzelwesen ist;
- die Gerechtigkeit und Subsidiarität, die kleineren Einheiten eigene Kompetenz zugesteht und anerkennt.

 

Die neue Grundsatzerklärung der CSP können Sie hier nachlesen.

 

Hier geht’s zur Fotostrecke des CSP-Parteitags.

 

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